Der diesjährige Besuch am LeWeb mit Tobias und Barbara war sehr inspirierend. Insbesondere auch die persönlichen Gespräche mit Internet-Unternehmern, App-Entwicklern oder Social Media Pros wie Richard von Dell. Mein Learning: Wir leben hier in der Schweiz schon ein bisschen hinterm Mond und müssen Gas geben. Was mir 2012 wichtig scheint:
- Natürlich steht nächstes Jahr LoMoSo im Zentrum – Local, Social, Mobile. Die mobile Webnutzung wird stark zunehmen – vor allem bei den affinsten Onlinekunden. Sie wird sogar wichtiger werden als die Nutzung per Desktop. Diese Tatsache hat Impact auf die Anforderungen an eure Website, aber z.B. auch auf die Search-Advertising-Strategie.
- Social ist ein Feature und keine Plattform. Die User haben die Vorteile von Newsstreams, Kommentaren, Share-, Like- und Checkin-Funktionen kennen und lieben gelernt. Ausserdem möchten sie eigentlich immer und überall mitreden – ob als Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten oder Öffentlichkeit. Ich empfehle daher: Geht Social Media holistisch an und überlegt euch, bei welchen Prozessen zwischen euch und eurer Zielgruppe Social-Elemente einen Mehrwert generieren können.
- Social Enterprise statt nur Social Media: In Zukunft wird es nicht mehr ausreichen, die Kommunikation mit einigen Social-Media-Elementchen anzureichern. Unternehmen müssen sich in Social Enterprises wandeln – denn so, wie es keine zentrale Telefonstelle oder ein Telefonteam gibt, so wird auch jeder Bereich und Mitarbeiter im Rahmen seiner Funktionen Social-Media-Prinzipien und Plattformen anwenden. Bis dorthin ist es noch ein langer Weg – deswegen sollte man nicht morgen, sondern heute damit beginnen. Burberry-CEO Angela Ahrendts formuliert es noch etwas dramatischer: “If you don’t do that – I don’t know what your business model is in five years!”
- Die Rolle der Website ändert sich stark: Noch vor einem Jahr war ich überzeugt, dass die Website das zentrale Element der digitalen Kommunikation ist und sich alles andere darum herum gruppiert. Heute sehe ich das anders: Warum soll man auf der Unternehmenswebsite diverse Funktionen, die woanders viel einfacher und besser funktionieren nachbauen? Warum sollen die Inhalte nicht zielgruppen- und medienspezifisch im Web verteilt sein? Die Hauptsache ist doch: die Inhalte werden optimal gefunden und leiten den User zum definierten Ziel (Leads, Kauf, Awarness, Position etc.). Wo das stattfinden soll, wenn nicht auf der Website? Dort, wo es am effektivsten und effizientesten ist, zum Beispiel in einer Facebook-App, einer mobilen App oder auf Youtube. Allerdings: Wichtig ist, dass ihr die Hoheit über eure Inhalte behaltet und euch nicht zu stark von anderen Plattformen abhängig macht (z.B. Klumpenrisiko Facebook).
Inspiration? Karl Lagerfeld hat 4 iPhones, 20-30 iPads und arbeitet damit – und ist 78 Jahre alt!
Danke für die Anregungen! Das klingt plausibel, auch wenn vielleicht noch nicht alles im nächsten Jahr in der Realität ankommt.
Natürlich. Man muss natürlich je nach Ausgangslage, Ziele, Strategien und finanziellen/personellen Möglichkeiten Prioritäten setzen und sollte lieber weniger gut, als alles machen. Good Luck!
Thumbs way up! Bin grade versucht, deinen Kommentar auf A0 auszudrucken und gut sichtbar aufzuhängen. ;-)
Danke Mike. Kurz und auf den punkt! Schaffen wenige.
Vielen Dank für die schön formulierten Trends!
Bei Punkt 4 bin ich noch etwas skeptisch: Die Stossrichtung “näher zur Zielgruppe” / “wieso Funktionalitäten nachbauen” finde ich zwar ebenfalls begrüssenswert.
Beim Punkt Datenhoheit frage ich mich aber, wie das praktikabel gehandhabt werden kann, ohne dass man seinen Daten mühsam auf zig Plattformen nachrennen muss? Wie seht ihr das?
Um das noch einigermassen im Griff zu haben, sollte man sich sicherlich auf ein paar ausgesuchte Plattformen konzentrieren (bei denen man nicht alle Rechte an seinen Inhalten abgibt). Zudem sollte man z.B. mit Social Media Management Tools wie Shoutlet seine Inhaltsdistribution (und die Messung) vereinfachen.
[...] wieder los mit der Flut von „Top-Trends 2012″-Artikeln. Und auch ich habe bereits meine vier Toptrends zusammengefasst. Die grosse Herausforderung dabei ist sicherlich, die fürs eigene Unternehmen relevanten Trends zu [...]
[...] Mike Schwede schreibt über die Sozial Media Trends 2012, sehr lesenswert! [...]
I like the idea of seeing the website as a central hub for information and content on the relevant platforms. This also plays well into the ubiquitous computing paradigm, where the source and platform of the content is secondary to the use it is fulfilling. Great post.