Von der Reichweite von Facebook können die meisten (Medienhäuser) nur träumen. Insbesondere, wenn man die Nutzungsdauer analysiert. Ben Elowitz von Wetpaint hat dies auf Basis von ComScore Zahlen gemacht. Facebook ist ein Web-Killer:

Geringes Interesse an der Interaktion mit Firmen
Facebook ist ein Eldorado für werbetreibende Unternehmen? Laut einer IBM-Studie sind 70% der User auf der Plattform, um sich mit Freunden auszutauschen. Weniger als ein Viertel möchte mit Brands interagieren. Bei US-Teens sieht es noch schlimmer aus. 75% sind online und grösstenteils auf Facebook vertreten, aber nur 6% sind an einer Interaktion mit Marken interessiert.
User wollen von Brands: Eher Vorteile statt Community
Der Perception Gap bei der IBM Studie ist ernüchternd. Nicht das Community-Feeling mit der Marke steht im Vordergrund. Von dem Viertel, dass mit Unternehmen auf Facebook interagiert, sind die meisten an Preisvorteilen interessiert.
Natürlich ist es je nach Unternehmen unterschiedlich und es gibt durchaus “Love Brands”, die auf eine starke Community zählen können resp. ihr Community-Management vorbildlich betreiben.
Nicht Facebook ist das Problem, sondern die Unternehmen selbst
Von 48 getesteten, deutschen Unternehmen reagieren gerade mal 21 auf Kundenanfragen. Nur vier davon haben mehr als 25% der Anfragen beantwortet. Die Unternehmen haben Social Media nicht verstanden. In der Schweiz sieht es schon besser aus.
Ich habe drei verschiedene Fragen gestellt und die Antwortzeiten gemessen (wenn ich sie abends gestellt hatte, erst ab 8 Uhr am Folgetag). Die Response Rate ist die Anteil vom Seitenbetreiber kommentierter Kundenposts der letzten 30 Tage. Diese wurde freundlicherweise von Socialbakers geliefert.
Ein ernsthafter Dialog lohnt sich, wie die Social Media Consumer Survey zeigt:
Kunden, die mit Firmen auf Social Networks im Kontakt stehen, geben bis zu 40 % mehr aus. Sogar Kunden die negative Interaktionen auf Facebook mit den Firmen hatten, geben immerhin 20% mehr aus, als der Durschschnittskunde ohne soziale Interkationen.
Wo liegt nun das Problem?
Die Jugendlichen aus der US-Studie liefern die Antwort gleich mit, was Marken zu tun haben: 28% erwarten von ihnen, dass sie auf Social Networks zuhören und reagieren, wenn sie Fragen haben. Monitoring und Zuhören ist also ein zentraler Schlüssel für ein erfolgreiche Social Media Interaktion.
Aber es geht noch weiter: Kunden anpeilen und mehr oder weniger gezielt mit Werbung zu „erlegen“ funktioniert nicht mehr. Ein umfassendes Inbound-Marketing muss angestrebt werden: Mit Dialog, Entertainment und nutzbringenden Informationen Aufmerksamkeit generieren. Die Kunden kommen von alleine, wenn sie etwas von der Marke wollen. So gibt man laut Voltier Digital 62% weniger Geld aus.
Mit diesem Marketing-Ansatz müssten werbetreibende Unternehmen, aber auch Plattformen wie Facebook, nicht mehr das Verhalten oder die Interessen der Konsumenten ausspionieren, um dann mehr oder weniger relevante, ungefragte Werbung zu platzieren.
Ich bin überzeugt: Eine neue Ära im Marketing bricht an.
Basierend auf dem Prinzip: Die Leute werden’s sagen, wenn sie etwas brauchen. Dann muss das Unternehmen aber bereit stehen und den Kunden perfekt bedienen. Hoffen wir auf viele neue spannenden Plattformen und Startups, die dieses Prinzip unterstützen und die Privatsphäre der User respektieren.
Mit cooala wage ich hierzu einen Anfang. Meldet euch für den Beta-Test an und folgt uns auf Facebook oder Twitter.
PS. Und noch für alle differenzierten Denker: Ja. Auch in Zukunft wird die Werbung ihren Platz im Marketing haben. Aber so eine Denke hemmt uns, weiter zu denken. Werbung wird (weiter) an Bedeutung verlieren.
Eine passende Präsi zum Thema:


Wenn man online 62% Prozent weniger Geld ausgibt, dann könnte man noch etwas machen, was Kunden nicht erst seit dem Internet freut: Preise senken.
Was denkst du zur Surveywall, die Google scheinbar entwickelt? Man bezahlt mit Daten, sieht aber unmittelbar was man dafür kriegt: http://t3n.de/news/google-paid-content-alternative-414852
Oh, danke. Sehr spannender Hinweis. Klingt recht interessant. Ob’s ankommt, werden die Resultate zeigen.
Interessanter Artikel. Im Kern ist es doch so: Kunden wollen sich im Social Web über Produkte informieren und mit Menschen sprechen. Gerade letzteres ist wohl vielen Unternehmen noch nicht klar.
Ich glaube, dass viele Firmen ein profil bei Facebook und Co nur als eine weitere Webseite verstehen und vergessen, dass diese Plattformen Kommunikation in beide Richtungen brauchen. Problem dabei ist aber auch, dass die die von Firmenseite kommunizieren kaum qualifoziert sind und auch berechtigt wirklich etwas zu ändern.