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KI-News KW 17 | Was Führungskräfte jetzt wissen müssen
Die letzte Woche war ungewöhnlich dicht. Anthropic lanciert Opus 4.7 und Claude Design, OpenAI bettet ChatGPT direkt in Excel ein, Google verschmilzt Gemini und NotebookLM, Mistral veröffentlicht einen Open-Source-Coding-Agent – und die Schweiz führt das globale KI-Talent-Ranking an.

Die letzte Woche war ungewöhnlich dicht. Anthropic hat gleich zwei neue Produkte gelauncht. OpenAI bettet ChatGPT direkt in Excel ein. Google verschmilzt Gemini und NotebookLM. Mistral veröffentlicht einen Open-Source-Coding-Agent. Und die Schweiz führt das globale KI-Talent-Ranking an. Hier ist, was relevant ist – und wo Vorsicht angebracht ist.
Anthropic: Neues Modell, neues Design-Tool
Claude Opus 4.7 ist seit dem 16. April verfügbar und das leistungsstärkste Modell von Anthropic:
Löst dreimal mehr reale Software-Aufgaben als sein Vorgänger
Folgt Anweisungen präziser – was für automatisierte Workflows relevant ist
Analysiert hochauflösendere Bilder (3x mehr als bisher) – für Dokument-Analyse, Screenshot-Auswertung, automatisiertes Reporting
Reasoning-Logik passt sich automatisch an: Einfache Anfragen kommen schnell zurück, komplexe bekommen mehr Denkzeit
Vorbehalt für Budgetverantwortliche: Ein neuer Tokenizer sorgt dafür, dass dieselbe Textmenge bis zu 35 % mehr Tokens verbraucht – bei gleichem Preis pro Token. Anthropic hat das nicht als Preiserhöhung kommuniziert, es ist aber eine. Wer Opus 4.7 in Produktions-Workflows plant, sollte die Kosten vorher kalkulieren. Zu den Kritikpunkten.
Daneben hat Anthropic Claude Design lanciert – verfügbar unter claude.ai/design:
Kollaboratives Arbeiten an Designs, Prototypen, Präsentationen und One-Pagern direkt mit Claude
Claude liest beim Onboarding eigene Design-Files und baut daraus ein Team-Design-System
Export nach Canva, PDF, PPTX oder HTML möglich
Für Marketing-Teams, die schnell visuelle Kommunikation produzieren müssen, ist das ein echter Workflow-Gewinn. Das Produkt kommt aus Anthropic Labs und ist experimentell – für kritische Prozesse braucht es noch Erprobungszeit.
OpenAI: ChatGPT zieht in Excel ein
GPT-5.4 ist das aktuell stärkste Modell von OpenAI. Die für Unternehmen relevantere Meldung: ChatGPT wird direkt in Excel und Google Sheets eingebettet – in Beta. Wer täglich mit Finanzmodellen, Budgets oder Reportings arbeitet, kann Tabellen ab sofort per natürlicher Sprache aufbauen, analysieren und aktualisieren.
GPT-5.4 übertrifft im GDPval-Benchmark (reale Wissensarbeit) Fachleute in 83 % der Vergleiche. Es macht 33 % weniger Fehler bei Einzelbehauptungen als GPT-5.2 – relevant, wenn das Modell für Präsentationen, Analysen oder Kundenkommunikation eingesetzt wird.
Die Variante GPT-5.4 Thinking zeigt vor der Antwort einen Denkplan an. Das klingt technisch, ist aber praktisch: Man kann den Ansatz korrigieren, bevor das Modell durchläuft – was bei komplexen Aufgaben Iterationsschleifen spart.
Ebenfalls gemeldet: Die Sora-Video-API kann jetzt Videos bis 20 Sekunden in 1080p generieren, mit wiederverwendbaren Figuren. Für Content-Teams, die Video-Produktion skalieren wollen, öffnet das neue Automatisierungswege – allerdings sind Qualität und Kontrollierbarkeit bei langen Clips noch ausbaufähig. Alle aktuellen Modell-Updates von OpenAI.
Google: Gemini und NotebookLM wachsen zusammen
Google hat Notebooks in Gemini eingeführt. Gemini-App und NotebookLM teilen jetzt denselben Workspace – kein manueller Datei-Transfer mehr zwischen den Tools. Wer ein Projekt in Gemini startet, kann es direkt in NotebookLM öffnen und dort Features wie Audio Overviews oder Infografiken nutzen.
NotebookLM hat ausserdem ein Engine-Upgrade erhalten: Das vollständige 1-Millionen-Token-Kontextfenster ist jetzt in allen Plänen aktiv, die Kapazität für Mehrfach-Konversationen wurde versechsfacht. Für Research-, Strategie- oder Wissensmanagement-Prozesse mit grossen Dokumentenmengen ist das ein echter Qualitätssprung.
Neu: Chat-Personas lassen sich definieren. Gemini 3.1 Pro ist exklusiv in NotebookLM für Pro- und Ultra-Nutzer verfügbar.
Ein Hinweis: Die zunehmende Verschmelzung von Google-Produkten macht das Ökosystem mächtiger, bindet Nutzer aber enger an Google – eine klassische Lock-in-Dynamik, die bei strategischen Tool-Entscheidungen mitbedacht werden sollte.
Mistral: Open-Source-Coding-Agent aus Europa
Mistral hat Devstral 2 veröffentlicht – einen Coding-Agent, der laut Benchmark bis zu 7-mal kosteneffizienter als Claude Sonnet ist. Das Modell ist Open Source und kann selbst gehostet werden. Wer aus regulatorischen oder Datenschutzgründen auf On-Premise-Lösungen angewiesen ist, bekommt damit eine ernstzunehmende Option. API-Preis: ab $0.10 pro Million Tokens.
Dazu kommt Mistral Vibe CLI, ein Agent, der Codebases über natürliche Sprache navigiert und verändert. Ebenfalls neu: Mistral 3 mit einem grossen Flaggschiff-Modell (675 Mrd. Parameter, Apache 2.0), das auf Platz 2 der Open-Source-Rangliste landet. Europa bekommt damit eine wettbewerbsfähige Alternative zu US-Modellen – wichtig für alle, die Datenhoheit priorisieren.
Schweiz & Europa: Talent, Regulierung, Medizin-LLM
Die Schweiz führt den 2026 Stanford AI Index in der Kategorie KI-Talentdichte an: 110,5 KI-Forschende pro 100'000 Einwohnende. Das Swiss National AI Institute (ETH + EPFL) hat mit Stanford HAI ein Kooperationsabkommen unterzeichnet.
Das Lausanner Universitätsspital CHUV beginnt im Mai mit dem Pilottest von Meditron, einem Schweizer medizinischen LLM für klinische Entscheidungsunterstützung – Start im Notfallzimmer.
EU AI Act: Ab dem 2. August 2026 gilt die volle Anwendbarkeit. Open-Source-Modelle unter 10 Mrd. Parametern haben erleichterte Compliance-Anforderungen, grössere Modelle nicht. Wer heute KI-Systeme plant, sollte die aktuellen Logging-Anforderungen für KI-Agenten kennen – sie greifen früher als viele denken.
Drei Dinge, die sich diese Woche lohnen
Claude Design testen – wenn dein Team regelmässig Präsentationen, Decks oder One-Pager produziert. Der Prototyp-Charakter ist bekannt, der Workflow-Gewinn aber real. claude.ai/design
ChatGPT in Excel Beta – anmelden, wenn Finanzmodelle oder Daten-Auswertungen zum Tagesgeschäft gehören.
NotebookLM mit dem neuen 1M-Token-Fenster – grössere Dokumentensets hochladen und die verlängerte Multiturn-Kapazität nutzen. Research und Strategie-Analyse lassen sich damit signifikant beschleunigen.