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KI-News KW 37 – Vier Spitzenmodelle in 72 Stunden, und Europa legt 3 Milliarden nach
Zwischen dem 1. und 3. September haben Anthropic, Google, Meta und OpenAI je ein neues Spitzenmodell ausgeliefert. Das lauteste ist GPT-6 Astra, das grösste Leistungsplus liefert Claude Fable 5.1: bei Geschäftsabläufen fast verdoppelt, wiederverwendeter Kontext 75 Prozent günstiger. Dazu: Mistral holt 3 Milliarden Euro in der grössten europäischen Tech-Runde, ChatGPT-Werbung ist jetzt auch in der Schweiz buchbar, und Schweizer Firmen verdienen mehrheitlich Geld mit KI – nur 7 Prozent halten ihre Daten dafür für bereit.

1. Vier Spitzenmodelle in 72 Stunden
Zwischen dem 1. und dem 3. September haben Anthropic, Google, Meta und OpenAI je ein neues Spitzenmodell ausgeliefert.
Claude Fable 5.1 (Anthropic, 1. September): der grösste Leistungssprung der Woche, dazu rund ein Viertel günstiger. Details unten.
Gemini 3.8 Flash (Google, 2. September): Googles Arbeitspferd, das dritte Flash-Modell in sechs Wochen. Preis unverändert bei 0.75 Dollar pro Million Token Eingabe und 3.75 Dollar Ausgabe – aber nur bis 31. Dezember 2026. Ab 1. Januar verdoppelt Google auf 1.50 und 7.50.
Meta Muse Spark 1.3 (2. September): Programmiermodell, laut Meta ein Fünftel weniger Werkzeugaufrufe als der Vorgänger. Für Entwicklungsteams relevant, sonst nicht.
GPT-6 Astra (OpenAI, 3. September): das Modell, das selbst am Computer arbeitet.
Token sind die Einheit, in der Anbieter Text abrechnen – ungefähr Wortteile.
Einordnung: Googles Preisfussnote wird dir in den nächsten Monaten öfter begegnen. Der Einstiegspreis wirbt, der Standardpreis kommt später. Anthropic hat es im August umgekehrt gemacht und den Einführungspreis von Sonnet 5 dauerhaft gesetzt. Wenn in einer Wirtschaftlichkeitsrechnung ein Modellpreis steht, gehört das Ablaufdatum daneben.
Und: Verdrahte keine Anwendung fest auf ein Modell. Bei diesem Tempo zählt, wie schnell ihr wechseln könnt – nicht, wer gerade vorne liegt.
2. GPT-6 Astra: bedient den Computer, schlägt Claude aber nicht
OpenAI hat Astra am 3. September veröffentlicht und nennt es «das intelligenteste und am besten ausgerichtete Modell der Welt».
Das Neue: Astra arbeitet am Rechner statt im Chatfenster. Es füllt Formulare aus, pflegt Datensätze im CRM, räumt Kalender auf und schreibt Ergebnisse direkt in ein Dokument oder eine Mail. In OpenAIs eigener Messung erledigt es solche Aufgaben in etwa der halben Zeit des Vorgängers. Es hält dabei bestehende Vorlagen ein – Firmenlayout, gewohnter Dokumentaufbau, Tabellen mit funktionierenden Formeln. Und es stellt Rückfragen dort, wo die Antwort das Ergebnis ändert, statt zu raten.
Preis: 10 Dollar pro Million Token Eingabe, 50 Dollar Ausgabe. Ab 272'000 Token Eingabe verdoppelt OpenAI den Eingabepreis.
Einordnung: Die Behauptung «intelligentestes Modell der Welt» hält bei unabhängiger Messung nicht. Beim Anbieter Artificial Analysis führte Claude Fable 5.1 die Rangliste an, im nächsten Index-Update liegen beide mit 53 Punkten gleichauf, dahinter Claude Opus 5 mit 51. Astra ist dabei deutlich günstiger: 3.26 Dollar pro Testaufgabe gegenüber 7.63 bei Fable 5.1.
Wichtiger als die Reihenfolge ist, wie sie entstand. Artificial Analysis hat den Index innerhalb einer Woche zweimal überarbeitet, nachdem Kritik kam, die erste Bewertung von Astra sei zu tief. Eine Rangliste, die sich in sieben Tagen zweimal dreht, ist keine Entscheidungsgrundlage. Teste an deiner eigenen Aufgabe.
Ein Satz aus OpenAIs Ankündigung gehört dazu: Astras Gedankengänge sind schwerer zu überwachen als die des Vorgängers, weil es Aufgaben mit weniger sichtbaren Zwischenschritten löst. Ehrlich formuliert, und er sagt etwas über die Richtung.
Was du damit machst: Nimm eine Aufgabe, an der Agenten bei dir letztes Jahr gescheitert sind. Kein Prestigeprojekt, sondern etwas Langweiliges mit vielen Klicks – Rechnungen aus einem Lieferantenportal holen, Stammdaten zwischen zwei Systemen abgleichen, Zahlen aus einem Dashboard ziehen. Genau dort hat sich etwas verschoben.
3. Claude Fable 5.1: der grösste Sprung der Woche
Anthropic hat am 1. September Claude Fable 5.1 und Mythos 5.1 veröffentlicht. Es ist dasselbe Modell mit zwei Schutzstufen: Fable für alle, Mythos nur für geprüfte Fachleute in Cybersicherheit und Biowissenschaften. Der Name klingt nach Zwischenschritt. Die Zahlen sagen etwas anderes.
Bei Geschäftsabläufen hat sich die Leistung fast verdoppelt. In Anthropics Messung zu automatisierten Arbeitsabläufen steigt der Wert von 17,1 auf 31,4 Prozent. Bei wissenschaftlicher Recherche im Terminal von 24,7 auf 52,6 Prozent. Beides sind Aufgaben, bei denen das Modell über viele Schritte selbständig arbeiten muss – also genau das, was bei Automatisierungsprojekten bisher gescheitert ist.
Überzeugender als die eigenen Messwerte sind die Berichte der Firmen, die vorab getestet haben:
Hebbia (Analyse-Software für Finanzhäuser): die besten Präsentationen aller getesteten Modelle, und die beste Trefferquote beim Zitieren aus Finanzdokumenten.
Crosby (Vertragsprüfung): beim Redigieren von Verträgen von 47,9 auf 57,0 Punkte, der Gewinn liegt vor allem im ersten Durchgang – weniger Nacharbeit.
Glean (Unternehmenssuche): die eigenen Prüfer bevorzugten Fable 5.1 gegenüber Fable 5 rund zwei zu eins, bei Alltagsfragen, Recherche und Entwürfen.
Rogo (Finanzanalyse): gleiche Genauigkeit bei 20 Prozent weniger Token, dazu klar besser bei Präsentationen.
Millennium (Investmentfirma): ein Absturz, der etwa einmal pro Million Durchläufe auftrat und den in vier bis fünf Jahren niemand erklären konnte. Fable 5.1 fand die Ursache in einer fremden Programmbibliothek.
Every: «Fable-Intelligenz, Opus-Preis, Sonnet-Tempo» – in deren Tests rund doppelt so schnell wie Opus 5 bei halb so vielen Token.
Der Preis sinkt, ohne dass der Grundpreis sinkt. Der bleibt bei 10 Dollar pro Million Token Eingabe und 50 Dollar Ausgabe – identisch mit Astra. Günstiger wird der wiederverwendete Kontext: Liest das Modell Material, das es schon verarbeitet hat, kostet das 75 Prozent weniger, neu 0.25 Dollar pro Million Token. Bei typischer Nutzung ergibt das rund 25 Prozent tiefere Kosten, bei aufwendigen Agenten-Abläufen bis 45 Prozent. Astra verlangt für dasselbe 1 Dollar, also das Vierfache. Genau dort, wo Automatisierung bisher zu teuer war, ändert sich die Rechnung.
Weniger Fehlalarme. Wer Claude schon für Sicherheits- oder Medizinthemen genutzt hat, kennt die grundlose Verweigerung. Die Schutzmechanismen greifen in Claude Code neu rund 60 Prozent seltener ein, bei harmlosen Biologie- und Medizinfragen 85 Prozent seltener. Fable 5.1 darf jetzt auch Sicherheitslücken finden – Angriffswerkzeuge dazu bauen nicht.
Und für europäische Unternehmen: Anthropic hat den Verhaltenskodex des EU-KI-Gesetzes zur Kennzeichnung von KI-Inhalten mitunterzeichnet. Texte von Modellen, die nach dem 2. August 2026 erschienen sind, tragen ein unsichtbares Wasserzeichen. Eine Erkennungsschnittstelle läuft in geschlossener Vorschau für Behörden, Medien, Faktenprüfer und Forschung. Enthalten ist keine Information über Nutzer:in oder Organisation.
Einordnung: Zwei Vorbehalte. Die Messwerte sind Anthropics eigene, die Zitate stammen von Partnern mit Vorabzugang. Und die Nummer 5.1 verkauft den Sprung schlecht – wer Claude täglich nutzt, hat vermutlich nicht gemerkt, dass sich unter der Haube mehr verändert hat als bei manchem Hauptversionswechsel.
Praktisch: Wenn du im letzten halben Jahr einen Automatisierungsfall verworfen hast, weil das Modell zu ungenau oder zu teuer war, ist er jetzt neu zu rechnen. Beide Gründe haben sich in derselben Woche verschoben.
4. Mistral holt 3 Milliarden Euro – die grösste europäische Tech-Runde
Mistral hat am 8. September eine Finanzierungsrunde über 3 Milliarden Euro abgeschlossen, bei einer Bewertung von über 21 Milliarden. Laut Mistral die grösste Eigenkapitalrunde, die ein privates europäisches Technologieunternehmen je gemacht hat.
Angeführt von Samsung Electronics mit rund 1 Milliarde Euro. Dazu der EU-gestützte Scaleup Europe Fund, PSG Equity, neu Advent, von BlackRock verwaltete Fonds und das Grossherzogtum Luxemburg.
Die Bewertung hat sich fast verdoppelt: Die Runde vom September 2025 lag bei 11,7 Milliarden Euro.
Das Geld geht laut CEO Arthur Mensch in eigene Rechenzentren – bauen und besitzen, statt nur mieten.
Dazu die Kundenseite: Der britische Detailhändler Tesco geht eine dreijährige Partnerschaft mit Mistral ein und baut ein gemeinsames KI-Labor. Nach Airbus und BMW im Juni der nächste europäische Grosskunde.
Einordnung: Das ist das Souveränitätsargument, das der Debatte bisher gefehlt hat – nicht als Technikfrage, sondern als Kapitalfrage. Ein europäischer Anbieter kann Infrastruktur jetzt selbst finanzieren, statt sie bei den Grossen einzukaufen.
Der Widerspruch gehört mitgenannt: Der grösste Einzelbetrag kommt aus Südkorea, und Mistral baut damit ein Rechenzentrumsgeschäft mit derselben Kapitalintensität wie die US-Anbieter. Wer «europäische Unabhängigkeit» als Kaufargument verwendet, sollte wissen, dass sie hier über internationales Kapital finanziert wird.
Für dich als Entscheider:in ist die Referenzliste das eigentliche Argument. Airbus, BMW, Tesco – das sind Konzerne, die auch amerikanisch hätten kaufen können. Wenn du Mistral bisher nicht auf der Liste hattest, weil die Firma zu klein wirkte: Dieses Argument ist weg.
5. Anthropic verschenkt den Bauplan für Einkaufsagenten
Am 2. und 3. September hat Anthropic seine Vorlage für Handelsagenten veröffentlicht und den Code unter freier Lizenz auf GitHub gestellt. Enthalten sind zwei fertige Agenten mit Beispielen für Detailhandel, Reisen, Telekommunikation und Unterhaltung.
Der Einkaufsagent läuft im Shop: Er durchsucht das Sortiment, vergleicht Optionen, baut den Warenkorb und beantwortet im selben Gespräch Fragen zu Bestellung und Rückgabe.
Der Händleragent arbeitet für das Personal dahinter: Verkaufszahlen, Lagerwarnungen, Preis- und Aktionsvorschläge, Kampagnenentwürfe.
Erste Anwender sind Shopify, Visa, Mastercard, Accenture und Priceline. Anthropic nennt für laufende Installationen bis zu 35 Prozent grössere Warenkörbe und eine um 60 Prozent höhere Abschlussquote – Herstellerangaben aus ausgewählten Installationen, ohne Vergleichsgruppe. Nimm sie als Richtung, nicht als Planwert.
Einordnung: Interessanter ist die Grundregel, die Anthropic offenlegt: Geld, schreibende Zugriffe und Kennnummern werden im Programmcode abgesichert, nicht im Prompt. Das Modell schlägt vor, die Software führt aus. Wer einen Agenten evaluiert – von wem auch immer –, hat damit die eine Prüffrage: Wo liegt die Grenze, die das Modell nicht überschreiten kann, und steht sie im Code oder nur in einer Anweisung?
Für Shopbetreiber:innen heisst das: Der Bauplan ist gratis, die Muster sind dokumentiert. Der Aufwand liegt bei der Anbindung von Katalog, Warenkorb, Bestellungen und Richtlinien. Das ist Arbeit, aber keine Forschung mehr.
6. ChatGPT-Werbung: jetzt auch in der Schweiz buchbar
Letzte Ausgabe stand hier, dass Anzeigen in ChatGPT in der Schweiz ausgespielt werden, man sie aber nicht selbst buchen kann. Diese Lücke ist geschlossen: Seit dem 31. August läuft der Ads Manager auf ads.openai.com für 31 europäische Märkte – die 27 EU-Staaten plus Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz.
Anzeigen sehen nur Nutzer:innen der Gratis- und Go-Pläne. Plus, Pro und Enterprise bleiben werbefrei.
In der Schweiz und im EWR gibt es zum Start keine personalisierte Werbung. Ausgesteuert wird über Gesprächsthema, ungefähren Standort und Gerätetyp.
OpenAI meldete Anfang September, das Werbegeschäft habe in weniger als 200 Tagen eine auf ein Jahr hochgerechnete Umsatzrate von einer Milliarde Dollar erreicht. Eine Hochrechnung aus einem laufenden Quartal, keine verdiente Jahreszahl.
Einordnung: Die fehlende Personalisierung ist keine schlechte Nachricht. Ohne Personendaten entscheidet der Gesprächskontext – das ist näher an Suchmaschinenmarketing als an Social Media. Wer eine erklärungsbedürftige Leistung verkauft, findet hier Leute mitten im Vergleichen. Testbudget mit Conversion-Ziel und Enddatum, kein Kanalwechsel.
7. Nvidia kauft Hugging Face – jetzt bestätigt
Am 4. September ist der Vertrag unterschrieben: Nvidia übernimmt Hugging Face für knapp 13 Milliarden Dollar, davon rund 11,9 Milliarden für die bisherigen Eigentümer und bis zu eine Milliarde als Halteprämien für Mitarbeitende. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen, beide Seiten rechnen mit einem Abschluss bis 2027.
Über Hugging Face beziehen Entwicklerinnen und Forscher weltweit offene KI-Modelle und Datensätze. Es ist die zentrale Bezugsstelle für alle, die KI ohne die grossen Anbieter betreiben wollen. Laut Mitgründer Clément Delangue kam die Initiative von Hugging Face selbst – die Plattform brauchte Rechenleistung und Kapital. Der Preis entspricht rund dem Achtzigfachen des geschätzten Jahresumsatzes von etwa 150 Millionen Dollar.
Einordnung: Offene Modelle gelten als der Ausweg aus der Abhängigkeit von einzelnen Anbietern. Die Bezugsstelle dafür gehört künftig dem Hersteller der Chips, auf denen sie laufen. Nvidia-Chef Jensen Huang hat zugesagt, die Plattform bleibe offen – für alle Entwickler:innen und auch für fremde Hardware. Eine Absichtserklärung, keine vertragliche Bindung.
Wenn eure Anwendung offene Modelle nutzt: notiert, woher ihr sie bezieht und ob es eine Alternative gibt.
8. Schweiz: Das Geld kommt an, die Daten nicht
Am 1. September veröffentlichte Dun & Bradstreet den aktuellen Stand seines KI-Index für die Schweiz, Teil einer quartalsweisen Befragung von 10'000 Unternehmen in 32 Ländern.
Rund sieben von zehn Schweizer Unternehmen erzielen einen messbaren Ertrag aus KI: 48 Prozent punktuell in einzelnen Projekten, 21 Prozent breit über mehrere Projekte.
Nur 7 Prozent halten ihre Daten für vollständig bereit, um KI im grossen Massstab zu tragen. 55 Prozent sagen «teilweise», gut jedes sechste Unternehmen «kaum bis gar nicht».
Knapp 30 Prozent erwarten in den nächsten zwölf Monaten stark steigende KI-Ausgaben – fast doppelt so viele wie global.
Weniger als die Hälfte fühlt sich gut aufgestellt, um Risiken wie Verzerrung, Datenschutz oder Regelkonformität zu erkennen und zu steuern.
Einordnung: Auch das ist eine Anbieterstudie – Dun & Bradstreet verkauft genau die Datengrundlage, deren Fehlen es beklagt. Das Muster passt trotzdem zu allem, was in den letzten Wochen aus der Schweiz kam: Die Einführung läuft schneller als das Fundament.
Die Kombination aus 30 Prozent Ausgabensteigerung und 7 Prozent Datenreife beschreibt ein Jahr, in dem viel Geld in Projekte fliesst, deren Grundlage nicht trägt. Wenn du eines dieser Budgets verantwortest: Der beste Franken ist gerade nicht der für das nächste Werkzeug, sondern der dafür, dass eure Kunden-, Lieferanten- und Produktdaten über die Systeme hinweg eindeutig zusammenpassen.
Dazu eine Zahl zum Arbeitsmarkt. Raiffeisen hat am 3. September eine Auswertung von rund 600 Berufsgruppen veröffentlicht. Ergebnis: Etwa zwei Drittel der Büroangestellten arbeiten in Berufen, die stark von KI betroffen sind – am stärksten in Finanz, IT und öffentlicher Verwaltung, regional in Zug, Zürich und Genf. Als realistisches Szenario rechnet die Bank mit 1,6 bis 7,9 Prozent weniger Nachfrage nach Büroflächen in fünf Jahren.
Den Vorbehalt macht Raiffeisen selbst: In den Beschäftigungsdaten ist bisher kein breiter Abbau von Bürojobs sichtbar. Die Prognose setzt voraus, dass KI Arbeit teilweise ersetzt statt nur ergänzt. Wer in den nächsten Jahren einen Mietvertrag über Büroflächen verlängert, sollte die Laufzeit bewusst wählen statt automatisch.
Und zwei Termine. Die zweiten Swiss {ai} Weeks laufen seit dem 1. September bis zum 4. Oktober: über 180 Veranstaltungen in 37 Städten, rund 220 Partner, unterstützt von ETH, EPFL und Swisscom. Am AWS Summit in Zürich zeigte die Privatbank Pictet, wie Recherche im Investment Research von mehreren Tagen auf Minuten fällt – gebunden an strikte Regeln, wer worauf zugreifen darf.
9. Kurz und wichtig
Washington sucht die Notbremse. Senator Bernie Sanders und Abgeordneter Greg Casar haben ein Gesetz angekündigt, das superintelligente KI verbieten und die Entwicklung fortgeschrittener Systeme anhalten würde, bis eine Bundesbehörde Sicherheitsregeln aufstellt. Es wird so nicht kommen – im republikanisch kontrollierten Kongress fehlt die Mehrheit, das sagen die Urheber selbst. Das Signal zählt: Die US-Debatte hat sich in zwei Monaten von «Innovation nicht bremsen» zu «Entwicklung anhalten» verschoben. Passend dazu erreicht Astra in OpenAIs eigenem Risikoraster die höchste Stufe bei Cybersicherheit – es kann unbekannte Sicherheitslücken selbständig finden und ausnutzen. Die ausgelieferte Version verweigert offensive Aufgaben.
10'000 Agenten, 88 Stunden, ein Beweis. OpenAI liess rund 10'000 Agenten an einem der Millennium-Probleme der Mathematik arbeiten und meldete am 5. September einen Beweis. Drei Vorbehalte: Gelöst wurde eine Variante, die die Preiskriterien nicht erfüllt – die Million bleibt unbeansprucht. Ein Mathematiker, der am selben Problem arbeitete und Notizen in OpenAIs Entwicklungsumgebung ablegte, fragt öffentlich, ob sein Material eingeflossen ist; OpenAI dementiert. Und es ist ein Laboraufbau, kein Produkt. Relevant ist die Methode: sehr viele Agenten, die sich tagelang selbst koordinieren.
ChatGPT liest Patientendossiers. Seit dem 1. September können Gesundheitsorganisationen ihre Epic-Systeme an ChatGPT anbinden – nur lesend, geschrieben wird nichts zurück. OpenAI gibt an, Ärztinnen und Ärzte hätten in 4363 Bewertungen 99,1 Prozent der Antworten als sicher eingestuft. Für Schweizer Spitäler keine fertige Lösung: andere Systemlandschaft, andere Datenschutzlage. Die Richtung kennen sollte man trotzdem.
IFA Berlin ohne Samsung. Zum ersten Mal seit 35 Jahren fehlt Samsung auf der Hauptfläche, Xiaomi hat den Platz übernommen. Der grosse Trend: Sprachmodelle laufen direkt auf dem Gerät statt im Rechenzentrum. Wer 2027 Endgeräte beschafft, kauft Rechenleistung für KI mit ein.
OpenAI DevDay am 29. September in San Francisco. Dort kommen erfahrungsgemäss die Ankündigungen, die im Alltag ankommen.
Apertus. Zum Schweizer offenen Sprachmodell gab es nichts Neues. Der technische Bericht zu Version 1.5 steht weiterhin aus.
Drei Dinge, die du diese Woche tun solltest:
Rechne einen verworfenen Automatisierungsfall neu. Wenn du im letzten halben Jahr etwas abgesagt hast, weil das Modell zu ungenau oder zu teuer war: Bei Claude Fable 5.1 hat sich die Leistung bei Geschäftsabläufen fast verdoppelt und der wiederverwendete Kontext kostet 75 Prozent weniger. Beide Absagegründe haben sich in derselben Woche verschoben.
Schreib zu jedem Modellpreis das Ablaufdatum dazu. Google verdoppelt den Preis seines Arbeitspferdes am 1. Januar 2027 – das steht in einer Fussnote. Anthropic hat den Einführungspreis von Sonnet 5 dauerhaft gemacht. Und verdrahtet keine Anwendung fest auf ein Modell: Bei vier Spitzenmodellen in 72 Stunden zählt die Wechselfähigkeit mehr als die Wahl.
Bevor du das nächste KI-Werkzeug kaufst, prüf die Datengrundlage. Knapp 30 Prozent der Schweizer Unternehmen erwarten stark steigende KI-Ausgaben, nur 7 Prozent halten ihre Daten für bereit. Die eine Frage: Sind eure Kunden, Lieferanten und Produkte über alle Systeme hinweg eindeutig dieselben?
Quellen: https://www.anthropic.com/claude-fable-and-mythos-5-1 https://www.anthropic.com/news/enterprise-frontier-safeguards https://openai.com/index/gpt-6-astra/ https://the-decoder.com/artificial-analysis-overhauls-its-intelligence-index-after-gpt-6-astra-scoring-drew-skepticism/ https://artificialanalysis.ai/models/comparisons/gpt-6-astra-vs-claude-fable-5-1 https://blog.google/innovation-and-ai/models-and-research/gemini-models/3-8-flash-and-3-8-flash-cyber/ https://techcrunch.com/2026/09/08/mistral-raises-e3b-as-sovereign-ai-becomes-big-business/ https://www.eu-startups.com/2026/09/french-ai-company-mistral-raises-e3-billion-series-d-led-by-samsung-at-over-e21-billion-valuation https://claude.com/blog/claude-for-commerce-agents https://github.com/anthropics/commerce-agents https://openai.com/index/chatgpt-ads-expands-across-europe/ https://www.moneycab.com/it/uebernahme-perfekt-nvidia-kauft-ki-plattform-hugging-face/ https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2026-09/69464957-ki-zahlt-sich-fuer-schweizer-unternehmen-aus-doch-die-datenbasis-bremst-den-naechsten-schritt-unternehmens-ki-auf-dem-weg-zur-reife-006.htm https://www.moneycab.com/dossiers/bueroimmobilienmarkt-steht-wegen-ki-vor-naechster-huerde/ https://ai-weeks.ch/ https://www.sanders.senate.gov/press-releases/news-sanders-casar-introduce-legislation-to-ban-artificial-superintelligence-and-temporarily-pause-advanced-ai-development/ https://openai.com/index/navier-stokes-solution/ https://www.quantamagazine.org/ai-has-solved-one-of-maths-1-million-millennium-prize-problems-20260908/ https://openai.com/index/chatgpt-connects-health-records-and-healthcare-sources/ https://openai.com/index/devday-2026/